Blättervielfalt der Tomaten
Nicht nur die Früchte der Tomaten können mit ihrer riesigen Vielfalt an Formen und Farben verzaubern, sondern auch die Blätter der Pflanzen.
Für mich ist das Gesamtwerk der Tomatenpflanze immer noch faszinierend. Klar, das Wichtigste sind immer noch die Früchte mit ihrem Aussehen und Geschmack, aber ich liebe auch das Gesamtbild der Pflanze. So verzaubern mich zum Beispiel besonders die Sorten mit panaschierten Blättern.
Ein großer Teil der Tomatensorten ist normalblättrig mit leicht gezackten Blättern, die etwas in Form und Größe variieren können. Das sind Tomatenblätter, wie sie die meisten Leute kennen. Gesundes Laub ist saftig grün und frei von Flecken, Verfärbungen und Tierfraß. Das Tomatenlaub ist mitunter ein Indikator für Mangelerscheinungen und Erkrankungen. Es kann Phosphormangel, Stickstoffmangel, Stickstoffüberschuss und viel mehr anzeigen. Der aufmerksame Tomatengärtner kann so gezielt an den Pflanzen ablesen, was ihnen fehlt.
Mittlerweile gibt eine Vielzahl an Sorten mit kartoffelblättrigem Laub, das zum Beispiel ein Merkmal der Brandywine Sorten ist. Die großen Blätter sind abgerundet und wirken für den Laien eher untypisch für Tomaten.
Samtiges Laub und flauschige Früchte sind besonders dekorativ. Die gesamte Pflanze ist mit einem zarten Flaum überzogen und verzaubert mit ihrer außergewöhnlichen Optik. Die feinen Härchen schimmern im Sonnenlicht und die Früchte erinnern mit ihrem samtigen Überzug an Pfirsiche. Sortenbeispiele: Fuzzy Wuzzy, Woolly Kate Yellow, Pansy Ap, Extravagante Rouffiange… und viele mehr.
Die Blätter leuchten in hellgrün und stechen durch ihre leuchtende Farbe hervor. Das helle Laub hebt sich deutlich von den anderen Pflanzen ab und ist ein richtiger Hingucker. Sortenbeispiele: Tigerette Cherry Gelb, Groovy Tunes, Dwarf Cherokee Tiger Black.
Panaschierte Blätter zeichnen sich durch weiße Musterungen aus, die wie kleine Kunstwerke wirken. Jedes Blatt ist ein Unikat. Wie die Panaschierung entsteht und was man bei panaschierten Pflanzen berücksichtigen sollte, kannst Du in einem Artikel auf meiner Seite nachlesen. Sortenbeispiele: Sissy´s Britches, Moonlight Mile, Shimofuri.
Panaschierungen können ebenfalls kartoffelblättriges Laub zieren. Beispiele hierfür sind: Gandolf, Painted Lady, Dwarf Dean´s Haley´s Rainbow, Moonlight Mile Pink.
Ein richtiger Hingucker ist das einzigartige, panaschierte, samtige Laub der Sorte Allure. Diese hübsche Sorte wirkt mit ihrem ausladenden Wuchs schon fast wie eine Zierpflanze.
Das sehr filigrane Laub erinnert an Möhrengrün. Die fein gefiederten Blätter sehen sehr dekorativ aus und sind ein Erkennungsmerkmal der Sorten Lucinda, Burkan Lapu, Silbertanne und Green Lights.
Die Blätter der Curly Kaley haben eine blasigen, gekräuselte Struktur, ähnlich wie bei Grünkohlblättern. Eine einzigartige Wuchsform mit Zierwert.
Nicht nur die Wuchsform, sondern auch das hübsch gelockte Laub der Sorten Stick und Mooncalf sind ein Hingucker. Die kleinen zart gewellten Blätter zieren den Stamm der Pflanze, die dadurch schon fast exotisch wirkt.
Als „Rugose“ bezeichnet man Blätter, die blasenartig gewellt sind, dass sie einen „rauen“, robusten Eindruck machen. Meistens sind es die Dwarf-Sorten, die solche Blätter aufweisen.
Als „whispy leaves“ wird im Englischen das filigrane, herabhängende Laub beschrieben. Die Pflanzen mancher Sorten machen oft den Einruck eines „sterbenden Schwans“, fast so, als würde ihnen Wasser fehlen. Sortenbeispiele sind die Purple Smaragd oder die Lucky Tiger.